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70er

Ostpolitik, Frauenrechte, Umweltprobleme - in den 70er Jahren politisieren und engagieren sich die Menschen. Doch es gibt auch Fehlgeleitete: Die Rote Armee Fraktion verbreitet Schrecken und Terror, palästinensische Attentäter stürmen das olympische Dorf. Weltpolitisch entstehen neue Krisenherde. Die Sowjetunion marschiert in Afghanistan ein, der Iran wird zum islamischen Gottesstaat. Im Westen entstehen neue kulturelle Phänomene. Die Disco-Ära beginnt, mit Glitzerklamotten und heißen Tanzschritten. Das Kino begeistert die Massen mit Blockbustern wie "Der weiße Hai"

1972  Der Watergate-Skandal

Am 17. Juni 1972 nimmt die Polizei in Washington fünf Männer fest, die versuchen, ins Watergate-Hotel einzubrechen, wo die Demokratische Partei ihr Hauptquartier hat. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass in der Parteizentrale Abhörvorrichtungen installiert wurden - und dass einer der Einbrecher Verbindungen zum amtierenden Präsidenten Richard Nixon hat. Die Regierung gibt sich erstaunt und versucht den Fall herunterzuspielen.

Doch das gelingt nicht. Der Watergate-Skandal zieht immer weitere Kreise, die dubiosen Machenschaften, die Nixon gegen politische Gegner anwendet, kommen nach und nach ans Licht. Das ist unter anderem der Verdienst der beiden "Washington Post"-Journalisten Bob Woodward und Carl Bernstein. Dank einer mysteriösen Quelle namens "Deep Throat" veröffentlichen sie brisantes Material und werden zu Vorbildern des investigativen Journalismus. Schließlich tauchen Tonbandaufnahmen aus dem Weißen Haus auf, die Nixons Verstrickung in den Skandal belegen. Das Vertrauen der Bürger in die Politik ist erschüttert. Nixon erklärt am 8. August 1974 seinen Rücktritt.

 

1973 Ölkrise und Fahrverbote

Am 5. November 1973 beschließen Algerien, Irak, Katar, Kuwait, Libyen, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, ihre Erdölproduktion um 25 Prozent zu senken. Ziel der OPEC-Staaten (Organisation erdölexportierender Länder) ist es, nach dem Ende des Jom-Kippur-Krieges Druck auf die westlichen Länder auszuüben. So soll die Freigabe der durch Israel besetzten Gebiete erreicht werden.

Besonders Deutschland ist von dem Ölboykott stark betroffen. Das Wirtschaftsministerium verfügt Tempobeschränkungen und autofreie Sonntage, um die Lage in den Griff zu bekommen. Zudem wird verstärkt über energiesparende Technologien diskutiert. Ende des Jahres wird die Erdölproduktion zwar wieder angehoben, doch die Rohölpreise erhöhen sich um mehr als das Doppelte. Als Folge der Ölkrise rutscht Deutschland in eine Rezession. Die Zahl der Arbeitslosen verdreifacht sich innerhalb von 48 Monaten, die Inflationsrate steigt auf sechs Prozent. Das Wirtschaftswunder in Nachkriegsdeutschland ist vorerst beendet.

 

1975 Ende des Vietnamkriegs

April 1975: Die kommunistischen Truppen des Nordens nehmen die südvietnamesische Hauptstadt Saigon ein. Das seit 1954 geteilte Land wird wiedervereint, der Vietnamkrieg ist offiziell beendet. Die Bilanz ist furchtbar. Mindestens 1,5 Millionen Menschen haben ihr Leben verloren, ganze Landstriche sind wegen des Einsatzes chemischer Waffen verseucht, die Bevölkerung leidet zum Teil bis heute an den Folgen.

Bereits zwei Jahre vorher, im März 1973, verlässt der letzte US-Soldat das Land. Der Stellvertreterkrieg in Südostasien, mit dem die Ausbreitung des Kommunismus verhindert werden soll, wird für die Supermacht USA zum Trauma: Verluste an der
Front, Proteste zu Hause. Zehntausende verwundete Soldaten kehren desillusioniert in die Heimat zurück. Auf sie warten keine jubelnden Massen, sondern Vorwürfe.

Auch in Vietnam sind mit dem Kriegsende nicht alle Konflikte beseitigt. Über eine Million Vietnamesen flüchten in den kommenden Jahren als "Boat People" vor dem neuen Regime, das Arbeits- und Umerziehungslager errichtet. Viele von ihnen landen in Deutschland. Erst Mitte der 80er Jahren normalisiert sich das Leben wieder.

 

1976 Die Seveso-Katastrophe

Am 10. Juli 1976 ereignet sich in Norditalien der größte Chemieunfall in der Geschichte Europas. In der Chemiefabrik "Icmesa" kommt es nach technischen Schwierigkeiten zu einer unkontrollierten Reaktion. Als Folge zieht eine ätzende Chemikalienwolke durch die benachbarte Ortschaft Seveso. Es ist das Dioxin TCDD, eines der stärksten Gifte überhaupt. Schon weniger als ein Milligramm kann tödlich sein. In Seveso wird mindestens ein Kilogramm freigesetzt.

Die Folgen sind dramatisch. In der näheren Umgebung der Fabrik sterben Vögel, Katzen und Kaninchen. 70.000 Tiere werden notgeschlachtet, die Häuser von 40 Familien werden abgerissen. Knapp 200 Menschen erkranken akut an Chlorakne, wie viele mit den Spätfolgen des Unfalls zu kämpfen hatten und haben, steht bis heute nicht fest. Die Betreiberfirma versucht anfangs, den Unfall zu vertuschen und leugnet den Zusammenhang zwischen dem Dioxinaustritt und den gesundheitlichen Folgen. Erst fünf Jahre später werden die Betroffenen entschädigt.

 

1977 Computer werden massentauglich

Im April 1977 bringen Steve Jobs und Steve Wozniak den Apple II auf den Markt. Der Rechner kostet 1298 Dollar, zeigt nur Großbuchstaben an, besitzt einen Arbeitsspeicher von gerade einmal 64 KB (Kilobyte) - und wird ein Verkaufsschlager. Bis zu diesem Zeitpunkt werden nur Bausätze wie der legendäre Altair 8800 verkauft. Der Apple II hingegen ist der erste PC (Personal Computer) im Handel, der den Computern gleicht, die wir heute kennen. Er hat eine Tastatur und einen Bildschirm und kann Daten auf Disketten speichern.

"Es gibt keinen Grund, warum jemand einen Computer in seinem Haus haben wollen würde", sagt Ken Olsen, Chef der Computerfirma “DEC“, im selben Jahr. Er täuscht sich. Der Erfolg des Apple II markiert den Einstieg ins Computerzeitalter, in dem Rechner am Arbeitsplatz und zu Hause unverzichtbar werden. Die Apple-Chefs Jobs und Wozniak begründen mit dem Apple II ein Imperium, das auch Jahrzehnte später noch für Innovationen wie den iPod sorgt.

 

1978 Das erste Retortenbaby

Am 25. Juli 1978 kommt Louise Joy Brown in der Nähe von Manchester zur Welt. Eine Sensation, denn sie ist das erste Baby, das mittels einer künstlichen Befruchtung gezeugt worden ist. Dem Körper der Mutter wurde eine Eizelle entnommen, in die im Labor ein Spermium des Vaters eingeführt wurde. Als der Embryo anfing, sich zu teilen, wurde er in die Gebärmutter eingepflanzt. Louise Joys Zeugung löst eine weltweite Diskussion über Ethik und Moral aus. Wie weit dürfen Ärzte gehen? Ist ein im Reagenzglas gezeugtes Kind mit christlichen Wertvorstellungen vereinbar?

Doch die Methode setzt sich durch. 1982 wird in Erlangen Oliver W. geboren, das erste deutsche Retortenbaby. Inzwischen zählt die In-Vitro-Fertilisation zum Standardprogramm in den Fortpflanzungskliniken. Weltweit gibt es mehr als drei Millionen Menschen, die das Ergebnis einer künstlichen Befruchtung sind. Und Louise Joy Brown? Die Engländerin heiratet 2004 und bekommt 2006 einen Sohn - nach einer natürlichen Zeugung.

 

1979: Islamische Revolution im Iran

Schon 1978 werden die Proteste im Iran gegen den autoritären Herrschaftsstil des Schahs Mohammad Pahlavi immer größer. Am 16. Januar 1979 beugt er sich dem Druck der Massen und verlässt das Land. Zwei Wochen später kehrt der von Pahlavi verfolgte Ayatollah Khomeini aus seinem Pariser Exil nach Teheran zurück, wo er von Millionen Iranern begeistert empfangen wird. Der Iran wird in einen islamischen Gottesstaat umgewandelt, mit Khomeini an der Spitze. Das Gesetz der Scharia wird eingeführt, das Folterungen und Steinigungen zulässt und Frauen als Menschen zweiten Ranges behandelt. Westliche Kultur und Kleidung sind verpönt.  

Der Iran gerät zunehmend in die Isolation. Die Herrscher der angrenzenden arabischen Staaten fürchten die Ausbreitung der islamischen Revolution. Im September 1980 beginnt der erste Golfkrieg gegen den Iran, der bis 1988 andauert. Auch nach Khomeinis Tod 1989 behält der Iran seinen Konfrontationskurs bei. 2005 stellt Präsident Ahmadinedschad durch Verstöße gegen den Atomwaffensperrvertrag sowie antisemitsche Äußerungen das Land ins weltpolitische Abseits.

 

1979 Sowjetischer Einmarsch in Afghanistan

Seit 1978 die kommunistische "Demokratische Volkspartei" die Macht übernahm, befindet sich Afghanistan am Rande des Bürgerkrieges. Säkularisierte Sozialisten, die eine Annäherung des Landes an den Ostblock verfolgen, stehen den fanatisch-religiösen Mudschaheddin-Kämpfern gegenüber. Die Situation eskaliert, als am 25. Dezember 1979 sowjetische Truppen in das Land einmarschierten, um die Kommunisten zu unterstützen.

Doch die Sowjetunion unterschätzt den Widerstand und die Opferbereitschaft ihrer Gegner. Hinzu kommt, dass die USA heimlich den Guerilla-Kampf der Mudschaheddin unterstützen. Zehn Jahre dauert die Besetzung und endet ähnlich verheerend wie der Vietnamkrieg: Über eine Million Tote sind zu beklagen, als die demoralisierte sowjetische Truppe 1989 ein zerstörtes Land verlässt. Doch auch nach dem Abzug der Sowjets findet Afghanistan keinen Frieden. Der Bürgerkrieg geht weiter. 1995 kommen die radikal-islamischen Taliban an die Macht, die im Oktober 2001 von US-Truppen gestürzt werden, jedoch bis heute Einfluss haben und Terroranschläge verüben.

 

28.06.2015 03:54

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