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The Story of B.Allison

Bernard Allison folgt nicht blind den Fußstapfen seines Vaters, dem großen Luther Allison. Als Vollblutmusiker mit Herz und Seele hat Bernard längst eine eigene, mehr als achtenswerte Biografie, die nicht zuletzt auch die Fachwelt aufgrund ihrer enormen Entwicklung begeistert.

Der Sohn hat den BluesBernard Allison macht auch dem Letzten klar, dass auch die Bluenote richtig rocken kann.Mit seiner Mischung aus Blues, Funk, Rock und Soul zeigt er, dass er zu den Besten seines Genres gehört und über den Schatten seines großen Vaters Luther gesprungen ist.An einem kalten Winterabend gibt es doch fast nichts Schöneres als sich den Abend von einem großartigen Gitarristen versüßen zu lassen. So komme ich erwartungsfroh in der Tufa an und kann gerade noch meine Jacke ablegen, bevor es schon losgeht. Kurz nach Acht beginnt ein aufregender Trip in bluesige Gefilde, in denen man neben Allisons Eigenkompositionen auf viele musikalische Zitate trifft. Bluesig heißt hier aber keineswegs, sich jammernd und düster seinem Selbstmitleid hinzugeben. Bernard Allison steht für eine tanzbare, groovige und funkige Variante des Blues. Vielleicht auch deswegen hat man den Eindruck, dass es immer wärmer im Saal wird, obwohl er nur halb gefüllt ist.Bernard Allison wird begleitet von Jassen Wilber am Bass, Mike Vlahakis an den Tasten und Ron Sutton an den Drums. Natürlich nimmt sich der Bandleader am meisten Zeit für seine mitreißenden Solos, für die er immer wieder Szenenapplaus bekommt. Aber er verlässt auch für jeden seiner Musiker kurz die Bühne, damit sie zeigen können, dass auch sie mit ihren Instrumenten virtuos umgehen können. Vor allem das funkig geslappte Solo von Bassist Jassen und das Schlagzeugsolo begeistern das Publikum, das beide Musiker mit dröhnendem Beifall beehrt.

Nach einer Stunde folgt dann der Höhepunkt der Show: Bernard Allison hat seinen Bottleneck ausgepackt und tanzt mit Gitarre durchs Publikum. Dabei reizt er mit dem klassischen Blueszubehör alle Bünde seiner Gitarre aus und entlockt ihr unvermutete Töne. Fast an der Theke hinten im Saal angekommen darf dann ein Fan das Plektron bedienen, während Bernard Allison die Akkorde greift. Mit einer Bottleneckversion von »Amazing Grace« geht es dann zurück zur Bühne, wo Allison direkt mit seiner Gitarre »Oh when the Saints go marching in« anstimmt.Spätestens jetzt sieht man nur noch glückliche Gesichter, die von tanzenden und klatschenden Schultern herunterblicken. Allison und seine Gitarre halten einen Monolog, indem die Gitarre die Laute zu den Lippenbewegungen ihres Spielers von sich gibt, während Bassist Jassen Wilber amüsiert zuhört. Bei dieser Einlage redet Allison mehr als er am ganzen Abend sagt, denn bis auf ein paar »Dankeschöns« und die Vorstellung seiner Musiker hört man eher wenig von ihm. Er lässt die ganze Zeit die Musik für sich sprechen, so wie bei diesem Spielchen seine Gitarre für ihn das Wort ergreift.

An einem solchen Abend darf ein Song nicht fehlen –»Voodoo Chile«. Hendrix persönlich hätte wahrscheinlich bei diesem »(Funky) Voodoo Chile«-Intro getanzt, denn energiegeladener und präziser kann man ein WahWah-Pad nicht einsetzen. Das Ganze ufert dann aus in »Smoke on the Water« und weitere Klassikern, bis die Band ihr Set abschließt. Bei der Zugabe mit groovendem »Purple Haze«-Bassriff gibt sich der Roadie auch noch als begabter Gitarrist zu erkennen, nachdem der Chef ihm sein Arbeitsgerät abgetreten hat. Nach einem heißen Gig geht's dann raus in die klirrende Kälte, wo ich feststelle, dass es nun auch noch geschneit hat und die Dächer weiß über der Stadt liegen.

 

 

28.06.2015 03:54

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