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The Story of B.Guy

Muddy Waters und B.B. King hatten den Grundstein gelegt. Buddy Guy machte sich dieses Vermächtnis zu eigen und entwickelte einen Blues, der auf dramatische Weise der West Side von Chicago Ausdruck gab. Zusammen mit dem Harmonikaspieler Junior Wells bildete er eine der musikalisch interessantesten Partnerschaften des Blues der 70er Jahre. In den 90er Jahren, unterstützt und geschätzt von Rockgrößen wie Eric Clapton und Jeff Beck, fand sein virtuoses Gitarrenspiel endlich die verdiente internationale Anerkennung. Die Ispiration zu dem West Side Sound des Chicago der 50er Jahre waren Platten von Muddy Waters, Howlin´ Wolf und anderen Bluesmen von Labeln wie Chess und Vee Jay. Dieser West Side-Blues war ein weit intensiverer Chicago Blues, als man ihn bis dahin gehört hatte. Seine Musiker gaben darin dem Ärger und der Frustration derjenigen Ausdruck, die vom Nachkriegswohlstand in den USA herzlich wenig spürten. Aber auch wenn der materielle Wohlstand fehlte, war der Blues reich an Ideen - vom Uptown Blues B.B. Kings und der Ausdrucksvielfalt des R&B bis hin zu den Gospel-Songs. Aus dieser Palette von Stilmischungen gingen neue Bluestalente wie u. a. Otis Rush, Freddy King, Magic Sam und Buddy Guy hervor. Und es ist kein Zufall, daß es sich dabei ausschließlich um Gitarristen handelt. Die Gitarre, bis zur Verzerrung verstärkt und bis an ihre Grenzen gespielt, verlieh mehr als jedes andere Instrument der Wut und Isolation der schwarzen Bluessänger im weißen Amerika Ausdruck. Der West Side Sound verkörperte die Ablehnung jeglicher Kompromisse und die Glorifizierung der Kultur der Schwarzen. Auch in der Musik von Jazzern wie John Coltrane und Charles Mingus und bald aller Interpreten des Free Jazz, der sich vor allem in Chicago stark machte, kam diese Haltung zum Ausdruck. Buddy Guys Musik ist jedoch nicht so intensiv mit dem West Side-Sound verbunden wie etwa die von Otis Rush oder Magic Sam. Guy stammte aus Louisiana und kam durch Lokalgrößen wie Lightnin´ Slim und Slim Harpo, den führenden Interpreten des ruhigen, lockeren Blues aus dem tiefen Süden - dem Swamp Blues -, zur Bluesmusik. Nach seinem Umzug nach Chicago entwickelte Guy seinen eigenen Stil, indem er den Louisiana Blues mit den Klängen von Muddy Waters und besonders von B.B. King versah.

Ruhm und Ehre

Auch wenn Guy keine so überrangende Figur des West Side Blues ist wie einige seiner Zeitgenossen, so ist er doch in vieler Hinsicht bedeutender als sie - zu bedeutend, um in eine einzige Stilrichtung gezwängt werden zu können. In seiner langen, über 30 Jahre andauernden Karriere - angefangen mit seiner ersten Chess-Session 1960 bis hin zu Feels Like Rain 1993 - entwickelte er sich zu einem der Giganten der Bluesgitarristen uf fügte dem Guitar Blues eine neue Dimension hinzu. Jimi Hendrix gab unumwunden zu, daß er von Buddy Guy sehr beeinflußt war, und Eric Clapton bezeichete ihn kürzlich nachdrücklich als den "bei weitem und zweifellos besten aller noch lebenden Gitarristen". Doch Guys Weg zum internationalen Erfolg war weder kurz noch leicht. Tatsächlich hätte Guy seine Hoffnungen auf eine musikalische Karriere in den Wind schreiben können, kurz nachdem er nach Chicago kam, wäre da nicht Muddy Waters gewesen. Waters hörte ihn eines Nachts in einem Club spielen und erkannte, daß dieser junge Gitarrist hochtalentiert war. Guy erinnert sich an jenen Abend: "Ich hatte seit drei Tagen nichts mehr gegessen und versuchte, mir Geld zu pumpen, um meine Mutter anzurufen und ihr zu sagen, daß ich nach Louisiana zurückkommen würde. Und da kaufte mir Muddy Waters ein Sandwich und lud mich damit in seinen Chevrolet Kombi ein. Er sagte: Daß du Kohldampf hast, ist offensichtlich. Aber dadurch, daß Muddy Waters mit mir redete, war mein Hunger wie weggeblasen. Einfach Hallo zu ihm zu sagen, machte mich schon satt. Ich war so glücklich, daß ich meine Magensäfte nicht mehr spürte. Ich sagte ihm das, und Muddy antwortete: Steig ein. Genau das waren seine Worte. Wir befanden uns vor dem 708 Club, das Auto war direkt vor dem Eingang geparkt. Und er führ fort: Jezt setz dich erstmal und iß. Ich sagte: Ja, Sir. Ich wünschte, er würde noch leben. Ich habe ihn danach, ehe er starb, oft gesehen und ihm jedesmal gedankt und ihm immer wieder erzählt, wieviel besser es mir ging, nachdem er mir in jener Nacht Mut gegeben und mir ein Sandwich gekauft hatte." Es ist eine für den Blues ganz typische Story. Das Leben der meisten Musiker ist von Zweifeln und Problemen geprägt und erfordert persönliche Opfer. Es enthält manchmal jedoch auch glückliche Momente, wie in Buddy Guys Fall, als ihm die Begegnung mit Muddy Waters die Kraft zum Weitermachen gab. Buddy Guys Geschichte beginnt am 30. Juli im Jahre 1936 in Lettsworth, Louisiana. Lettsworth liegt nordwestlich von Baton Rouge, ganz nahe am Cajun Country, ist aber nur auf wenigen Landkarten eingetragen. Mit 13 Jahren griff Buddy Guy zum erstenmal zur Gitarre.

Selbst ist der Mann

"Niemand hat mir je etwas beigebracht. Ich war allein dort draußen auf dem Land, allein mit dieser Gitarre, die nie alle Saiten hatte. Aber dann eines Tages hörte ich John Lee Hooker im Radio, und der Sound ließ mich nicht mher los. Ich versuchte und versuchte, ihn auf meiner Gitarre zu produzieren. Meine Brüder und Schwestern jagten mich aus dem Haus, da sie das Geklimper so langweilig fanden. Und ganz plötzlich girff ich in die richtigen Saiten und hatte diesen John Lee Sound gefunden. Ich spielte ihn zwei, drei Stunden lang, da ich Angst hatte, ihn nie wieder zu finden, wenn ich die Saiten losließe. Meine Hand war wie festgefroren!" Bald war er so gut, daß er mit Bands in und um Baton Rouge auftrat, doch konnte er nur mit großer Mühe seine angeborene Scheu überwinden und vor einem Publikum spielen, wie er sich vor nicht allzu langer Zeit in einem Interview mit dem Guitarist Magazine erinnerte: "Ich konnte Lightnin´ Hopkins-, John Lee Hooker- und T-Bone-Stücke recht gut spielen, aber das wußte keiner, da ich viel zu schüchtern war, um es irgend jemand vorzuspielen. Und dann, eines Tages, hatte mich ein Freund aus der High School gehört, und er sagte Mensch, wenn jemand wüßte, daß du so gut bist, müßtest du nie in deinem Leben arbeiten. Und dann, ein paar Wochen später, meinte er Ich geb dir jetzt Schoolboy Whisky zu trinken - das war Wein, aber das wußte ich nicht -, und dann schleppte er mich in einen Club. Es endete damit, daß ich einen Hank Ballard-Song mit dem Titel "Work With Me, Annie" zum besten gab. Ich war aber ziemlich angesäuselt und wußte nicht, was ich tat. Wie dem auch sei, der Manager gab mir einen Job." 1957 zog Guy nach Chicago. Eigentlich wollte er nur einen festen Job; Musik spielte damals keine so große Rolle in seinem Leben. Doch die Atmosphäre der South Side zog ihn in ihren Bann. Und schon bald trat er in verschiedenen Clubs auf: im 708 mit Otis Rush, später mit seinem eigenen Trio; im Squeeze Club mit dem Saxophonisten Rufus Foreman und dessen Band; im Trianon Ballroom mit B.B. King; und im Blue Flame Club, wo er in der "Schlacht um den Blues" gegen Magic Sam, Otis Rush und Junior Wells als Sieger hervorging. Das war der Anfang seiner eigentlichen Karriere. Im folgenden Jahr spielte er unter Leitung von Willie Dixon ein paar Singles für das kleine Label Artistic ein, zusammen mit Begleitmusikern wie Otis Rush und Ike Turner. Im Frühjahr 1960 wurde er in den "Club der besten Chicago Bluesmen" - diejenigen, die bei Chess Records unter Vertrag waren - aufgenommen. Sein Debüt für Chess Records war der atemberaubende Track "First Time I Met The Blues". Es ist möglich, daß die Idee von dem Bluesveteranen (Sänger und Pianisten) Little Brother Montgomery stammte, der einer der Sessionmusiker war und damals vor mehr als 25 Jahren einen ganz ähnlichen Song aufgenommen hatte. Die schiere Power, gerade noch zurückgehalten, ist sicher teilweise auf B.B. King zurückzuführen, doch an Guys nächsten beiden Singles - "Broken Hearted Blues" und "Ten Years Ago" - wird deutlich, daß er dabei war, seinen ganz eigenen Stil zu entwickeln. Die "Ten Years Ago"-Session bracht ihn zum erstenmal mit einem Mann zusammen, der später sein Partner werden sollte: dem Harmonikaspieler Junior Wells.

Musikalischer Wendepunkt

Die Wende kam mit dem Album Folk Festival of the Blues, das 1964 erschien. Der Titel ist insofern irreführend, da es sich um eine Aufnahme aus dem Club Copa Cabana des Chicagoer Diskjockes Big Bill Gill handelte. Die Stars dieser LP waren Muddy Waters und Howlin´ Wolf, aber die Band war Guys eigene. "Ein Traum erfüllte sich", so Buddy Guy, "als ich die Chance hatte, diese Bluesmen zu treffen. Und dann sagen die Los, komm, mach ein Album mit uns. Mehr kann man sich nicht wünschen, oder?" Nun, er hätte sich wünschen können zu singen. Er tat das zwar bei sechs der Aufnahmen, doch nur eine kam auf die LP. Aber das reichte. Britische Bluesfans wie Eric Clapton hörten Buddys "Dont´t Know Which Way To Go" und wußten schagartig, wo es für sie lang ging. Ein Jahr später spielte Buddy Guy beim American Folk Blues Festival in Großbritannien. In einem Interview mit dem britischen Musikjournal Vox sagte er vor kurzem: "Ich dachte, ich würde auf die Bühne kommen, und die Leute würden sich denken Da ist nochmal so einer, der krampfhaft versucht, daß ihm jemand zuhört. Doch sie riefen meinen Namen, und ein Kid riß mir einen Knopf vom Anzug. Das war damals der einzige Anzug, den ich besaß, doch er sagte, er wollte ihn als Souvenir. Zuhause in den Staaten hatte ich tagsüber einen Job, und kein Mensch wußte, wer ich war. Und hier kannten sie meinen Namen. Ich schloß also einfach die Augen und legte los." Guy war zu spät zu Chess gekommen, um ähnliche Erfolge wie die Bluesgrößen Muddy Waters und Howlin´ Wolf zu haben. Der Publikumsgeschmack hatte sich geändert, und selbst Chicagos Blueslabel Nummer Eins mußte sich anpassen. Guy verließ Chess 1967 und spielte zwei Alben für das New Yorker Folk- und Blueslabel Vanguard ein : A Man And The Blues und Hold That Plane. In buchstäblich den letzten Tagen der 60er Jahre wurde eine etwas merkwürdige Platte mit Junior Wells und dem Jazzpianisten Junior Mance aufgenommen mit dem Titel Buddy and the Juniors. Dabei kam eine intime Jazz-Session heraus, so als hätten die drei Musiker vergessen, daß sie sich im Aufnahmestudio befanden. Im Rückblick wird jedoch klar, daß es eine Art von Generalprobe für die Musik war, die Buddy Guy und Junior Wells im nächsten Jahrzent machen sollten. Die Partnerschaft dieser zwei Bluesmen, die ausgezeichnet singen konnten und mit ihren Instumenten neue Stilrichtungen einführten, war äußerst vielversprechend. Und manchmal wurde dieses Versprechen eingelöst: Harley Cokliss` Dokumentarfilm von 1970, Chicago Blues, enthält einen Auftritt der beiden in einem Club, der einen buchstäblich vom Hocker reißt und bei dem beide auf fast telephathische Art miteinander Musik zu machen scheinen.

Einige der besten Platten entstanden in den 70er Jahren: die erste zusammen mit Eric Clapton, ein Live-Mitschnitt beim Monteux Jazz Festival, und vor allem die Alben, die sie für das kleine Chicagoer Blueslabel Delmark einspielten, wobei Wells zwar "den Ton angab", Guys Gitarre ihm jedoch in nichts nachstand. Leider ist es nicht gerade billig, zwei große Talente auf einmal zu bezahlen, und Ende der 70er Jahre gab es einfach nicht genug reguläre, gut bezahlte Arbeit, um ein Florieren des Guy-Wells-Teams zu garantieren. Sie trennten sich in Freundschaft. Eine Zeitlang hatte Guy seinen eigenen Club, Checkerboard Lounge, auf der South Side in Chicago. Aber die Zeit arbeitete gegen ihn. Die späten 70er und die meisten der 80er Jahre waren harte Zeiten für den Blues. Doch glücklicherweise ist Buddy Guys Geschichte eine Story mit Happy End. Wie John Lee Hooker, hat auch Buddy Guy wieder- und noch größere - Anerkennung gefunden, indem er einfach ruhig darauf wartete, daß sich irgendwann jemand an ihn erinnern würde. Die Methode zahlte sich aus: Zwei seiner Alben waren inzwischen Hits, sein Video war im Fernsehen zu sehen, und sein neuester Club, eine Bar namens Buddy Guy´s Legends, zieht nicht nur Fans an, sondern auch junge Musiker. Diese wollen den Blues von jemandem lernen, der ihn voll und ganz beherrscht. Darunter auch Buddys zweitjüngster Sohn. "Als er den Blues lernte, sagte er oft Ich werd´s dir schon noch zeigen!. Als er 21 wurde, kam er in den Club und hörte mich zum erstenmal spielen. Als ich fertig war, meinte er, Ich glaube nicht, Daddy, daß ich es jetzt schon mit dir aufnehmen kann."

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28.06.2015 03:54

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